Das Ältere Futhark

Ich werde versuchen eine kurze Einführung und einen Überblick über die Entstehung der Runen zu geben.

Das Runenalphabet, oder besser Futhark, als bloße Schreibschrift abzutun wäre eine Mißachtung ihrer ursprünglichen Bedeutung.

Die Runen waren den Germanen heilig, sie waren göttlichen Ursprungs. Der Name "Futhark" ist dabei lediglich eine Aufzählung der ersten Buchstaben des Runenalphabets. Das heutige Wort “Buchstabe” rührt übrigens daher, daß die Runen in Stein oder Holzstäbe geschnitzt wurden. Diese Holzstäbe wurden dann zu Büchern zusammengebunden.

Man unterscheidet allgemein ein Älteres und ein Jüngeres Futhark.
Das Ältere Futhark kennt 24 Stäbe, wobei es auch andere Futharks mit 23 bis 28 Stäben gab. Das Angelsächsische und Friesische kannte sogar 33 Stäbe. Im 7. Jahrhundert n.Chr. entwickelte sich aus dem Älteren das Jüngere Futhark, auch Nordisches Futhark genannt, das aus 16 Stäben bestand.

Die genaue Herkunft der Runen ist noch ungeklärt. Es gibt mehrere Thesen zu ihrer Entstehung. Gegenwärtig überwiegt die Annahme, daß etruskische Alphabete den geistigen Anstoß für die Entwicklung der Runen gaben.
Nach der germanischen Mythologie entdeckte Wodan (Odin) das Geheimnis der Runen als er an der Weltenesche hing.
Die ältesten Runenfunde datieren um die Zeitenwende. Es ist jedoch sicher, daß die Runen älter sind, da sie zu dieser Zeit bereits voll ausgebildet und in gleicher Form über ein großes Gebiet verteilt auftraten.
Die Entwicklung des Jüngeren Futhark (um 700 n.Chr.) war möglicherweise eine Abwehrmaßnahme der skandinavischen Stämme gegen das Christentum, welches sich um diese Zeit für die Runenschrift zu interessieren begann. Es war mit seinen 16 Stäben wesentlich schwieriger zu handhaben und zu entziffern, was die Vermutung nahelegt, daß es als eine Art Geheimschrift gedacht war.

Runen spielten nicht nur beim Weissagen eine große Rolle. Sie wurden bei vielen Gelegenheiten verwendet, um göttlichen Beistand für bestimmte Vorhaben zu erlangen.
Das richtige Ritzen der Runen jedoch war eine Kunst, die nicht viele beherrschten. Falsch angebrachte Runen blieben wirkungslos. Es gab Männer mit großer Erfahrung im Umgang mit Runen, die sich Runenmeister nannten. Sie genossen hohes Ansehen und wurden in schwierigen Fällen zu Rate gezogen.
Später wurden Runen auch für Inschriften auf Waffen, Gebrauchsgegenständen (Werkzeugen) und Grabsteinen verwendet.
Die Sprache der germanischen Stämme zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen, welche auch ca. 50 verschiedene Runenalphabete umfaßte, wurde ab ca. 700 n.Chr. als "deutsch" bezeichnet. Daraus leitete sich später die Bezeichnung "Deutsche" für die hier ansässigen Stämme ab.
Das Wort Rune ist verwandt mit raunen und bedeutet soviel wie Geheimnis.

Ich habe das Runenverzeichnis eng verknüpft mit der Runenmagie, denn eine Loslösung davon und Reduzierung auf reine Buchstaben im modernen Sinne würde dem Hintergrund der Runen widersprechen.