Literatur über Geschichte und Mythologie der Germanen

Diese Liste erhebt m.S. keinen Anspruch auf Vollständigkeit, jedoch mag der Interessierte hier ein paar nützliche Literaturhinweise entdecken.

Literatur, die sich konkret mit der Thematik "Runen" beschäftigt, ist in der entsprechenden Rubrik zu finden.

Herrmann, Paul

In seiner imponierenden Darstellung entführt uns der Meister der deutschen Altertumskunde in das bunte Getümmel der Riesen und Zwerge, Götter und Göttinnen, Hexen und Walküren. Fasziniert von der "tiefen Gefühlswelt" und den "gewaltigen Seelenstürmen" der alten Quellen, läßt er in seinen Nacherzählungen eine versunkene Welt neu erstehen.

Dieses Buch ergänzt die "Nordische Mythologie" um Betrachtungen, die sich konkret auf die Entwicklung des deutschen Volkes beziehen.

Simek, Rudolf

Dieses Lexikon erschließt in über 1700 Artikeln die germanische Mythologie und Rligionsgeschichte, wobei die reiche skandinavische Überlieferung einen Schwerpunkt bildet. Sämtliche Namen aus der nordischen Götterdichtung wurden ebenso berücksichtigt wie die römerzeitlichen Inschriften des Rheinlandes; eigene Artikel behandeln zahlreiche Begriffe und Probleme der archäologischen und volkskundlichen Quellen.

Snorri Sturluson

Die Edda umfasst den ganzen Kosmos altnordischen Glaubens und Dichtens: sie ist zugleich Götterkunde und Heldenepos, Spruchweisheit und Sittengedicht, Zauberlied und Vision von poetischer Kraft. Wir erfahren hier, was es mit Odins Raben und dem Fenrirwolf auf sich hat; wie die Midgardschlange als Gestalt gewordenes Weltenmeer sich um das Reich der Menschen legt und beim Weltuntergang den Helden Thor besiegt ... "Die Sonne verlischt / das Land sinkt ins Meer / vom Himmel stürzen / die heiteren Sterne." Aber auch vom nordgermanischen Alltag ist die Rede. Wie man Gäste empfangen, Freunde beschenken, Feinde bestrafen soll, raten die alten Sittengedichte. Es sind ganz diesseitige, praktische Anweisungen; sie gelten auch für den Umgang mit Zauber und Magie. In den Heldengesängen um Sigurd und Gudrun schließlich, der Hunnenschlacht, dem Drachenhort, Helgi dem Hundingstöter und Hildibrands Sterbelied finden die bekannten Sagenstoffe ihre urtümlich-sprachgewaltigste Ausformung. Diese Trias wird hier erstmals in eine geschlossene Abfolge gebracht, die sich an die alten Handschriften anlehnt: die gesamte Lieder-Edda in einem Band, in der letztgültigen Fassung der Genzmer'schen Übertragung.

In Snorri Sturlusons monumentalen Werk Heimskringla Weltkreis begegnen uns die schönsten und wichtigsten Königssagen des nordischen Mittelalters, beginnend mit der Ynglinga Saga über die mythische Urgeschichte des Nordens, sich fortsetzend in mehr als einem Dutzend großartiger, literarisch eigenständiger, chronologisch zusammenhängender Königssagen, die bis in die Zeit um 1177 reichen, ein oder zwei Jahre vor Snorris Geburt, Dialogreich und spannend erzählt sind die meisten dieser Sagen, in deren Zentrum die berühmte und sehr umfangreiche Olavs Saga steht. Weitere bekannte Geschichten sind jene über Harald Schönhaar, Hakon den Guten, Harald Tryggvason, Magnus den Guten, Harald den Harten, Magnus Barfuß, Sigurd den Jerusalemfahrer, Magnus den Blinden und Harald Gille, über Hakon Breitschulter und Magnus Erlingsson, um nur die wichtigsten zu nennen. Diese nordischen Abenteurer brachten einen reichen Schatz skandinavischer Traditionen mit, und im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurd
e Island zur Schatzkammer der Wikinger-Überlieferung. In den harten Wintern wurden Geschichten und Gedichte rezitiert, um die langen Abende auszufüllen. Seit dem 12. Jahrhundert verfasste Snorri Sturluson (1179-1241) Schriften über die Welt ihrer skandinavischen Vorfahren und über ihre eigene isländische Geschichte.

Publius Cornelius Tacitus

Die "Germania" - auf den ersten Blick eine farbige Beschreibung der germanischen Völker - verfolgt ein klares propagandistisches Ziel: Der korrupten, unfreien und dekadenten Gesellschaft seiner Zeit stellt Tacitus das Idealbild einer auf Einfachheit, Freiheit, Ehre und Kampfesmut beruhenden Lebensweise gegenüber.

Schier, Kurt

Im Mittelpunkt dieser berühmten Saga steht der Skalde Egil Skalla-Grimson, der im 10. Jahrhundert gelebt hat. Wie kaum eine andere Figur der mittelalterlichen Literatur ist er voller Widersprüchlichkeit, ein unberechenbarer Wikinger mit berserkerhaften Zügen, jedoch ein großer Runenkundiger und Dichter. Die gegen Anfang des 13. Jahrhunderts aufgezeichnete Saga vereint Abenteuergeschichte und Historie, sujektive Charakterzeichnung und objektive Darstellung.

Scherr, Johannes

Dieses monumentale Geschichtswerk ist luxuriös mit Holzschnitten von A. Menzel, F. Defregger, W. Diez sowie anderen bekannten Künstlern ausgestattet und behandelt die heidnisch-germanische Zeit bis zur Gründung des deutschen Kaiserreiches. In vier Abschnitten - Altertum, Mittelalter, Reformationszeit und Neuzeit - schildert der Verfasser u.a. das ur- und frühgeschichtliche Leben, die Zeit der Völkerwanderung, die Herrschaft der Ottonen und anderer Adels- und Herrschergeschlechter, veranschaulicht die Verhältnisse in Dorf und Stadt, Kirche und Staat, zeigt Veränderungen durch die Reformationszeit auf und beschreibt die kulturelle Entwicklung während der Aufklärung, Klassik, Romantik und bis in das 19. Jahrhundert hinein.