Germanen

Odins Runenlied

Bei Odins Runenlied handelt es sich um eine Dichtung aus der Edda, die die Erringung des Runenweistums durch den Göttervater beschreibt.

Freyja


Folkwang heißt der neunte,
doch Freyja waltet
dort der Sitze im Saal;
Tag für Tag
kiest sie der Toten Hälfte,
doch die andre fällt Odin zu.

(Snorri)

Njörd


Noatun heißt der elfte,
doch Njörd hat dort
sich die Halle hingesetzt,
der Fürst der Menschen,
des Frevels bar,
er waltet hohes Heiligtums.

(Snorri)

Skadi


Thrymheim heißt der sechste
wo Thjazi wohnte,
der furchtbare Frostriese;
nun haust Skadi,
die herrliche Götterbraut,
in dem alten Ahnenhof.

(Snorri)

Loki


Nicht hatten sie Seele,
nicht hatten sie Sinn,
nicht Lebenswärme
noch lichte Farbe;
Seele gab Odin,
Sinn gab Hönir,
Leben gab Lodur
und lichte Farbe.

(Snorri)

Tyr


In urgermanischer und vorgermanischer Zeit
war Tius Spender des Lichtes und der Wärme,
Hüter des Rechtes und Schirmer des Eides,
Gebieter über Krieg und Sieg,
Befehlshaber des im Thing und Heer versammelten Volkes.

(Paul Herrmann)

Heimdall


Es gärt bei den Riesen;
des Gjallarhorns,
des alten, Klang
kündet das Ende.
Hell bläst Heimdall,
das Horn ragt auf;
Odin murmelt
mit Mimirs Haupt.

(Snorri)

Thor


Der Erde Schirmer
schlägt ihn voll Zorn -
die Menschen müssen
Midgard räumen -;
weg geht wankend
vom Wurm neun Schritt,
der Gefechte nicht floh,
der Fjörgyn Sohn.

(Snorri)

Freyr


Freyr ist der Trefflichste unter den Asen.
Er herrscht über Regen und Sonnenschein und das Wachstum der Erde
und ihn soll man anrufen um Fruchtbarkeit und Frieden.

Snorri

Odin


Nicht einer weiß,
was in den alten Tagen
deinem Sohn du gesagt!
Verfallen dem Tod,
erzählte ich Vorzeitkunde
und von der Asen Untergang!
Mit Odin maß ich
mein Allwissen:
du bleibst der Wesen Weisester!

(Snorri)